Liebe Familie und liebe Freundinnen,
 
nach der nun vollständig erfolgten freundlichen Übernahme meines Hauses durch die Miezen will ich einmal berichten, wie unser Zusammenleben sich entwickelt.

Ich hatte zu lernen, dass es ganz schön aussieht, wenn die alte Wachstischdecke den Rücken meines Lieblingssessels bedeckt. Auch der Anblick des Matratzenschoners auf dem Sofa ist mir im Lauf der Zeit lieb geworden. Trotzdem lebe ich in der Hoffnung auf Samtpfoten, die mit einem Satz auf dem Sofa landen können, ohne die Sicherungshaken einzuschlagen.

Auch dass CDs in Blumentöpfen ausgesprochen dekorativ sind, weiß ich erst, seit ich so blöd war, durch eine Umtopf-Aktion für lockeres Erdreich zu sorgen. Phoebe mag das nicht und legt es wieder raus. Ich hätte eben vorher fragen sollen.... Nun ist das Tierchen etwas verstimmt, weil es mit CDs so unbequem eng im Topf ist. Mein Fehler! Aber wenn noch jemand alte CDs hätte.......

Wenn ich auf der Terrasse zu tun habe, nehme ich jetzt immer einen Haustürschlüssel und einiges Spielzeug mit. Paulinchen würde mir sehr gern im Garten helfen und sitzt laut rufend an der Scheibe, wenn ich draußen bin. Sie ist so besorgt um mein Wohlergehen, dass sie auf die Tür zurast, wenn ich mich nähere. Um Zusammenstöße im Türspalt zu vermeiden, werfe ich erst das Spielzeug ins Wohnzimmer. Lenkt sie das nicht ab, kann ich ja immer noch zur Haustür gehen. Auf jeden Fall besser, als 10 Minuten vor der Tür. So wie neulich....

Das Phoebekind hat übrigens eine neue Freundin. Sie heißt Bürste. Phoebe muss nicht mehr die Flucht ergreifen, wenn das haarige Wesen auf sie zukommt. Nur noch ein wenig bisseln, bevor das Geschnurr beginnt. Besonders schön findet sie das Bürsten im Nacken. Allerdings muss man ihr dafür die Augen zuhalten. Sonst beißt sie. Die Bürste liegt neben dem Fernsehsessel und wird bevorzugt abends genossen.

Während Phoebe eher vorsichtig ist, geht Paulinchen sehr energisch auf das Leben zu. Sie scheint für eine Ausbildung zur Bürokatze geeignet zu sein. Der Schreibtisch übt einen starken Reiz auf sie aus. Wenn dann auch noch der Uli Stein Bildschirmschoner läuft, ist sie hoch konzentriert. Allerdings gibt es ein ärgerliches Hindernis für ihren Arbeitseifer. Die Ziege (das bin ich) stellt den Stuhl mitten in den Raum, wenn sie geht, und die Beinchen sind für einen Sprung auf den Tisch einfach noch zu kurz. Aber es gibt seit heute eine Lösung. Ein Sprung an mein Bein, schnell zum Oberschenkel hochgerannt und umgestiegen. Fertig! Wer arbeiten will, kann auch. Nur mein Quieken stört.

In der Katzen-BILD könnte die Titelzeile heute lauten:
Phoebe vom Kranichsee -
Ein eigener BH ist mein großer Traum
Aber manchmal hält das Leben eben nur Waschlappen bereit
Was auch immer sie an meinen BHs findet, es muss Liebe sein. Ich glaube, ich schenke ihr einen. Obwohl sie das nie verlangen würde. Sie ist so zufrieden und gelassen, die Hoheit. Selbst wenn das Essen nicht schmeckt - und das geschieht häufig - scharrt sie einfach etwas Küchenfliese darüber und geht. Wenn sie dann wiederkommt, schmeckt es meistens doch. Das Leben kann so simpel sein! Ich werde mir ein Beispiel nehmen.

Das Paulinchen verfeinert seit einigen Tagen die Kunst, Stolperfalle zu spielen. Das ist nicht leicht und sehr gefährlich für die Spielerin! Man muss dazu die Vorderfüße um die Knöchel der Gegnerin schlingen. Manchmal gerät man dabei unter oder vor die Füße. Dann tut es weh. Ganz besonders viel Spaß macht es auf der Treppe. Man kann da so schön lauern. Aber unter dem Sessel vorschießen geht auch. Wenn ihr längere Zeit nichts von mir hört, schickt mal jemanden vorbei. Dann war Paulinchen vielleicht erfolgreich. Wenn ich nicht gleich am Telefon bin, habt ihr gute Chancen auf einen Rückruf innerhalb von zwei Minuten. Denn was der Wichmann nicht geschafft hat, kostet das Paulinchen nur ein paar Hopser - ich traue mich nicht mehr, auf der Treppe zu rennen.....

Ja ihr Lieben, so sieht es aus. Mein Haus ist umdekoriert und mein Herz gestohlen. Ich mache sauber, serviere das Essen und sorge für Unterhaltung. Dafür darf ich mitspielen und manchmal schmusen. Also ich finde es schön!


Vergnügte Grüße von Sigrid und dem Adelsvolk

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